A/N: "Ghosts, Part I" (Cloudrun 2.02)


Ein paar Anmerkungen und Randnotizen zum 2. Kapitel von Cloudrun 2. Unnötig zu erwähnen: [Spoiler]

Ich kann Cloudrun-Kapitel bekanntermaßen nicht im Wochenrhythmus veröffentlichen, in Stresszeiten nicht einmal monatlich, und wenn ein Kapitel dann schließlich online geht, ist es oft ziemlich lang, weil die Geschichte nicht so viele davon hat. Als Folge versuche ich immer, so viel Charakter-, Plot- und Mythologie-Kram wie möglich in jedes Kapitel zu stecken – gerade wenn es das erste nach einer Weile ist, bzw. die Geschichte schon davor ein Jahr ausgesetzt hat. Kurzum, man will lieber mit einem Knall zurückkommen als mit einem Schnarchfest.

Das Problem: Es führt wohl kein Weg an »Ghosts« vorbei. Bei den Filmvorbildern eröffnet The Empire Strikes Back natürlich mit der Wampa-Höhle und der Schlacht von Hoth, nachdem die Geschichte von ANH aus einen Zeitsprung in gefährlichere Dimensionen gemacht hat. Cloudrun ist bis zu einem gewissen Punkt nach der klassischen Trilogie modelliert, hat aber z.B. diesen Zeitsprung nicht. Die Geschichte kann quasi die Zerstörung von Alderaan, den Tod von Lukes Onkel und Tante, sowie den Tod von Ben (also… Ben Kenobi) nicht ganz so schnell hinter sich lassen, und sie kann nicht schon auf Hoth starten.

Meine Befürchtung für eine ganze Weile war deshalb, dass die ersten sechs Kapitel sich sehr nach Teil 1,5 anfühlen könnten, mehr wie ein Brückenstück als wie der Beginn einer neuen Geschichte in der Geschichte. Einige Kapitel konnte ich plot-technisch hoffentlich mehr auf die Zukunft ausrichten – aber »Ghosts« ist vor allem mit dem Fallout von Skies beschäftigt.

Was das Kapitel für Empires leistet, von bemühter Charakter-Exposition einmal abgesehen, geht eher in die thematische Richtung. Hochgestochen ausgedrückt. Skies basiert ja irgendwo auf ANH, und hat diesen Aufbruch zu den Sternen und den Wechsel von der einen Welt in eine neue drin. Und irgendwie geht’s viel um… Freiheit und… Kram.

Also hab ich in letzter Zeit überlegt, wovon TESB handelt. Und ich glaube, es ist eine Geschichte über zwei Dinge: a) Familie bzw. die Verbindungen, die wir zu anderen knüpfen (speziell die Leia-Storyline) und b) die Fehlbarkeit unseres Weltbildes bzw. wie falsch wir mit unseren Überzeugungen liegen können (speziell die Luke-Storyline). Beides ist übrigens recht zentral in »Man in the Moon« drin, passend zum Auftakt – aber völliger Zufall. Wie alle wirklich passenden Dinge in dieser Geschichte.

Erst in »Ghosts« hab ich bewusst versucht, Thema A so ein wenig vorzubereiten – also den ganzen Kram um Verbindungen und die Frage, ob es nicht das Beste wäre, dem Rest der Galaxis einfach abzuschwören. Was Ben ja am Ende von 1×09 gemacht hat, das heißt, ich brauchte irgendwie ein Kapitel, in dem er den Weg zurück findet und sich mit dem Gedanken auseinander setzt, in eine dieser dysfunktionalen Familien hineingeboren zu sein, für welche die Star Wars Galaxis berühmt ist.

Als solches ist »Ghosts, Pt. I« nicht gerade Popcorn-Kino, aber… Vielleicht eine nette kleine Sache für die Dauer der Opening Credits.

TRIVIA

  • Produktionsnotizen: Nummer 14 insgesamt. Erstes Altair-Kapitel unter diesem Namen und sein sechstes überhaupt.
  • Wie »Broken« damals ist auch »Ghosts« nach einem Story-Arc von Star Wars: Legacy benannt. Unnötig zu erwähnen: »Monster« ist vorgemerkt.
  • Das Kapitel selbst ist hoffentlich okay, aber… Ich glaube, der beste Moment für mich beim Schreiben war, endlich »Altair« als POV zu tippen. Ab dann hab ich eine Weile damit gekämpft, wann ich ihn wie im Kapitel nenne, also ob er sich selbst schon als Altair versteht. Am Ende hab ich entschieden, dass er den Namen 1) sehr bereitwillig und schnell aufgesaugt hat und 2) das Kapitel nicht direkt im Anschluss an 1×12 spielen sollte.
  • Wie schon beim Anfang von 2×01 wollte ich auch hier mit etwas eröffnen, das der POV-Bezug der Geschichte technisch nicht zulässt – und in beiden Fällen mogle ich mit einer Traumsequenz. Keine brillante Lösung von etwas, das vielleicht gar nicht gelöst werden sollte, aber… Für die Brücke von 2×01 nach 2×02 wollte ich eine räumliche Verbindung zwischen dem Azuramond und unseren Charakteren auf der Cloudrun. Und ich hatte mich festgebissen an diesem Bild, wie jeder Charakter allein hinaus ins All starrt.
  • Die Traumsequenz ist außerdem mal wieder ein naheliegender Platz für allerlei Foreshadowing, das ich eventuell etwas besser hätte verstecken sollen, um niemandem damit auf den Wecker zu gehen. Sorry.
  • Nachdem »The Man in the Moon« bis auf Kali ausschließlich ‚neue‘ Charaktere hatte, ist hier allein die alte Garde am Werk.
  • Ich hatte schon für 1×12 überlegt, ein Kapitel im Garten der Cloudrun zu eröffnen. Aber weil dieser eher ein Schauplatz für den zweiten Teil ist und 1×12 ihn nicht wirklich brauchte, hab ich’s aufgeschoben. (Dafür war in 1×12 der Leuchtkäfer drin. Wo wir schon von sehr plattem Foreshadowing sprechen.)
  • Die Janus-Delfy-Altair-Szene ärgert mich insofern, dass ich sie am liebsten zuerst aus Delfys Perspektive gezeigt hätte, um sie dann später aus Altairs POV zu wiederholen und zu entschlüsseln. Aber das ist nach wie vor die Sache mit der POV-Struktur, man kann nicht alles haben. (Und sollte man vielleicht auch nicht, speziell ich nicht. Deshalb hab ich sie als Einschränkung gewählt.)
  • Altair und der Sargdeckel – irrsinnig mies. Und wie immer die Holzhammer-Methode, um etwas rüberzubringen. Aber ich wollte daran erinnern, dass Altair sich zwar wünschen mag, Teil einer Gemeinschaft zu sein – aber irgendwo ein absolut schrecklicher Kandidat dafür ist. Nicht, dass seine Schwester da großartig anders wäre, was wir dann in der zweiten Hälfte von »Ghosts« sehen.