A/N: "The Man in the Moon" (Cloudrun 2.01)


Ein paar Anmerkungen und Randnotizen zum 1. Kapitel von Cloudrun 2. Unnötig zu erwähnen: [Spoiler]

Na hey. Nach gut einem Jahr geht’s weiter. In dieser Zeit hab ich 60.000 Wörter für Istari geschrieben, bin also hoffentlich nochmal einen halben Roman erfahrener und geübter als ich’s am Ende von Skies war. Das hat mich nicht davon abgehalten, ewig an 2×01 zu sitzen. Nun ja. Nicht alles, was ich gelernt hab, ist zwangsläufig eine gute Idee.

Zum Inhalt des Kapitels: Spätestens auf Halbzeit von Skies wusste ich, dass der zweite Teil auf dem Azuramond eröffnen würde – und hab lange Zeit nicht weiter drüber nachgedacht. »Wird halt ein Kali-Kapitel, wir sehen den Zwölferrat und sie erzählt dem Königreich eben von Altair.« Erst als ich mich wirklich an den Plot von Teil 2 gesetzt hab, hab ich realisiert, dass das erstens keine Geschichte ist und zweitens keinen Sinn ergibt.

So dramatisch es auch wäre, wenn sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitete, es entspräche einfach nicht der Struktur des Königreiches. Geheimnisse haben dort einen Wert. Und sie können sich nicht mehr so schnell durch die Galaxis bewegen wie in den Zeiten eines gesunden Hyperraums. Dazu kommt, dass Altair zwar das größte, nicht aber das dringlichste Problem ist, mit dem Kali sich beschäftigen muss: Sie hat dabei versagt, Janus umzubringen, und sie hat die erste militärische Niederlage des Valueen Königreichs in jüngerer Zeit zu verantworten. Kali muss auf all das reagieren.

Um das Intrigieren und Taktieren auszugleichen und irgendwie zu einer Geschichte zu machen, hab ich Devi in den Mix geworfen. Beim Basteln an Skies hatte ich nur eine grobe Idee bezüglich mehrerer Schwestern für Kali, um dann hier zu erkennen, dass Kali eine Mitverschwörerin brauchte, sowie jemanden, der sie von einer anderen Seite sieht und zeigt, jemand, um den sie sich sorgen kann. Etwas später hab ich begriffen, dass ich genau diesen Trick schon in unzähligen Geschichten gesehen hab, wann immer ein Bösewicht einen Klecks sympathischer werden sollte. Das Gleiche gilt für Kalis Konflikt mit Valueen-oder-wer-auch-immer-in-den-Königstiefen-lebt: Innerhalb der Rebellionsstory ist sie die Böse und quasi der Vader-Charakter der Geschichte, aber innerhalb des Königreichs hat sie ihren eigenen Gut-gegen-Böse-Plot. Was Empires hoffentlich davon abhält, allzu simpel und straightforward zu werden.

Es besteht wie immer das Risiko, dass ich übertreibe. Ich bin mir schmerzlich bewusst, dass das Kapitel einem recht viel Kram und Details auf einmal um die Ohren wirft. Nicht alle Kapitel werden so. Aber generell wird sich die Geschichte natürlich zunehmend öffnen, weg vom überschaubaren Skies, und mehr in die Tiefe und Breite gehen… :-(

TRIVIA

  • Produktionsnotizen: Nummer 13 insgesamt – was meinem Lasergehirn zum Glück erst auffiel, als ich schon fast damit durch war. Siena Kalis erstes POV-Kapitel. Erster Auftritt von eigentlich jedem anderen Charakter. Erstes Kapitel auf dem Azuramond. Und das bislang längste.
  • Im allerersten Plot-Entwurf hieß das Kapitel »It’s alive!«. Bezogen auf Kali und auf Altair, und leicht inspiriert von klassischen Monsterfilmen. Oder der Premiere der zweiten Dexter-Staffel.
  • Das Opening Image von Empires ist an den ausschwärmenden Suchdroiden zu Beginn von The Empire Strikes Back orientiert.
  • Schmerzhaftes Beispiel des alten »Kill your Darlings«-Ratschlags: Ursprünglich ist Naeton Anor im Kapitel gewesen, was immer mein Plan gewesen ist, nachdem ich ihn in Skies mehrfach erwähnt hab. Aber es gab so schon genug neue Spielfiguren, genug potentielle Gefahren für Kali, genug Dinge, die erklärt werden mussten… Also hab ich Anor wieder rausgeschrieben und seinen ersten Auftritt für später aufgeschoben.
  • Ebenso hat der Plot zuerst nach einem vollständig anwesenden Zwölferrat verlangt. Ich hab noch vor dem Schreiben gesehen, dass ich da einige kürzen muss, um nicht mit einem Schlag zehn neue Charaktere etablieren zu müssen. Zumal ich es ernsthaft nicht geschafft hab, jedes Ratsmitglied in Skies zu erwähnen, obwohl ich alle von ihnen bereits entworfen hatte (im Gegensatz zu Devi).
  • Die mutierten, semi-intelligenten Ysalamiri sind vielleicht die älteste Idee von mir, die in Cloudrun steckt. Als ich mich vor sieben Jahren an mein erstes, gescheitertes SW-AU gesetzt hab, standen die bereits oben auf meiner To-Do-Liste.
  • Misstrauensantrag. (Genug gesagt.)
  • Der »Geiselplanet« Haven wird erwähnt, auch so ein Versäumnis aus Skies. Zu meiner Verteidigung: Er war immer schon auf der Sternenkarte und kommt wenigstens nicht völlig aus dem Nichts, hoffe ich.
  • Devis toter Techniker ist mein Lieblingsdetail aus dem Kapitel. Sein Opfer verhindert hoffentlich, dass Devi allzu herzensgut wirkt und erinnert uns daran, dass sie bestenfalls ein herzensgutes Monster ist. Irgendwo ein Buffy-Moment, fällt mir jetzt auf; etwas, das Darla oder Drusilla machen würden… Aber hey, das EU hat die Anzati ja wirklich als Vampire konzipiert.
  • Optisch ist der Azuramond als ein etwas eleganterer Todesstern gedacht. Die Ratskammer entspricht dem Versammlungsraum aus ANH, die schwarze Liftkapsel ist Vaders Meditationssphäre… Natürlich ist das Königreich nicht das Imperium, aber sie teilen sich Elemente.
  • Ich hab überlegt, die Hintergrundgeschichte mit dem Stillen Schiff erst später zu bringen. Aber ich mochte die Ironie, dass auch Kali am Ende ihre Schwester trinkt, nachdem sie genau das immer verhindern wollte.
  • Ich bin natürlich nicht froh darüber, mit Devi einmal mehr einen neuen Nebencharakter sofort wieder um die Ecke gebracht zu haben. Vielleicht hätte es sich noch ein Kapitel aufschieben lassen… Aber dann hätte man die Handlung getrennt von ihrer Konsequenz gesehen. Die meisten Cloudrun-Kapitel wollen ja auf eine Pointe hinaus. Ganz anders als diese Blog-Einträge hier, die… Hmjah. Einfach so… enden… Mit der Zeit…