1.02 The Starscream


»… finde ihn, töte ihn, Ende der Geschichte.«

— Delfy Valueen

Janus

Ben hatte Angst gehabt.

Aber nicht annähernd so viel wie Janus selbst.

Kaum hatte Janus die Sklavenquartiere verlassen und war auf den Korridor hinausgestolpert, drückte er sich gegen die Felswand und atmete tief durch. Seine Augen tränten. Sein altes Herz hämmerte auf seinen Brustkorb ein. Aus den Poren seiner geriffelten Haut trat stinkender Schweiß.

Seit Jahren hatte er keine solche Wucht mehr abwehren müssen. Dabei hatte es sich nicht einmal um einen Angriff gehandelt: Er hatte einfach nur im gleichen Raum gestanden, als ein 13jähriger Telekinetiker einen wertlosen Talisman aufgefangen hatte. An dem Tag, an dem dieser Junge wirklich jemanden angriff, bewusst und ohne Zurückhaltung, würden sehr viele Dinge enden.

Ich habe ein Raubtier in die Enge gedrängt, dachte Janus. Und war dumm genug, einen Stein nach ihm zu werfen.

Ben hätte nur mit den Fingern schnipsen müssen, um ihm den Kopf abzureißen. Angst hatte den Jungen gelähmt. Angst und die ewige Ungewissheit. Es gab keine größeren Feinde und keine schrecklicheren Verbündeten.

Janus löste sich von der Wand und stützte sich schwer atmend auf seinen Stab. Jedes einzelne Lebensjahr zerrte seinen Schultern. In den vergangenen drei Minuten schien ein ganzes Jahrhundert hinzugekommen zu sein. Nur langsam fand er sein Gleichgewicht wieder. Wir müssen ihn töten, dachte er fiebrig. Kalis Gardisten können in ein paar Minuten hier sein. Mit zehn von ihnen, oder vielleicht zwanzig, dreißig…

Nein.

Diesmal war es seine eigene Angst, die sprach. Es waren Urängste und Triebe seiner Vorfahren; und nicht der brillante Verstand, der ihn zum Obersten Lord des Königreiches gemacht hatte. Er konnte Ben nicht töten. Er musste ihn hier einsperren. Unter Kontrolle bringen. Irgendwie.

Zwei halbnackte Twi‘lek Tänzerinnen tauchten im Tunnel auf.

Janus zuckte zusammen. Für den Moment hatte er vergessen gehabt, wo er sich befand. Die Splitterwelten. Manarai-Asteroid. Ein Sündenpfuhl aus Abschaum und Verkommenheit. Brutstätte von Kreaturen, die ihn zerfetzen würden, sollten sie ihn auch nur erkennen.

Er beugte sich weiter vor, das Gesicht zum Boden. Seine zittrigen Finger krallten sich um den Knauf des Gehstabes, der auf Knopfdruck hin zum Lichtschwert werden würde. Eine der Twi’lek konnte er töten, selbst in seinem kümmerlichen Zustand noch. Aber was, wenn die zweite rannte? Und schrie?

Die beiden Twi’lek gingen an ihm vorbei.

Vorsichtig sah er auf.

Die rechte der beiden Tänzerinnen, ein blauhäutiges Exemplar, warf ihm einen herablassenden Schulterblick zu. »Zu teuer für dich, alter Mann«, rief sie lachend. »Du würdest noch ne ganze Weile betteln müssen.«

Janus biss die Zähne zusammen. Zwang sich zu einem Lächeln.

Und merkte sich ihr Gesicht.

In der Ferne fiel ein Donnerschlag. Die Minengilde nutzte Sprengladungen, um in den Kern des Asteroiden vorzudringen. Die gierigen Blinden hofften auf die Schätze des alten Coruscants – dass sie dabei den gesamten Felsbrocken auseinander rissen, schien sie nicht zu kümmern.

Janus träumte von dem Moment, an dem er diesen Ort endlich verlassen durfte. Es war ihm schon zuwider gewesen, überhaupt herzukommen: Was nützt es, die rechte Hand des Königs zu sein, hatte er sich gefragt, wenn man immer noch selbst in den Dreck greifen muss? Allein und ohne Leibwächter, im Herzen des Chaos?

Aber ihm blieb keine Wahl: Der Killer-Junge war seine Verantwortung, und so musste es bleiben. Falls die königlichen Gardisten von Ben erfuhren, würde Siena Kali den Jungen an sich reißen, umprogrammieren und zu einer unaufhaltsamen Waffe formen.

Solange Ben dagegen sein Leben im Dreck verbrachte, war alles in Ordnung: Hier unten konnte ihm niemand gefährlich werden. In der Dejarik-Arena verheimlichte der Junge seine Machtkräfte, und in den Gassen von Manarai konnte er jedem Angreifer das Herz rausreißen. Solange er dabei nur keine Überlebenden hinterließ: Sollten die Gardisten erfahren, dass es hier unten einen Midi gab, würden sie die Jagd eröffnen und Manarai überrennen. Und falls die Jäger nicht mit ihrer Beute zurückkehrten, würde ihre Kommandantin eben einen Asteroiden nach dem nächsten hochjagen.

Janus betrat einen der belebteren Haupttunnel. Auf dem Hinweg hatte er seine Anwesenheit verbergen können, jetzt genügte seine Kraft nur noch, um die Blicke von seinem Gesicht abzulenken. Es gab nicht mehr viele Pau’aner – vielleicht nur noch ihn. Falls ihn jemand als Oberster Lord erkannte…

Janus fluchte innerlich. Er hätte einen Droiden mitnehmen sollen. Ein Kriegsdroide hätte keine Skrupel gehabt, in die Menge zu schießen, um seinen Gebieter zu verteidigen. Die Erinnerungen an Ben hätte man aus dem Speicher löschen können. Noch dazu waren Droiden wortwörtlich berechenbar, und nicht so verdorben wie der organische Abschaum.

Janus wollte sich gerade nach einem Quartier für die Nacht umsehen, als eine Nautolanerin direkt auf ihn zukam. Die Frau war attraktiv für ihre Spezies, aber nicht gekleidet wie eine Prostituierte. Ihr Gang glich vielmehr dem einer…

Soldatin.

Janus wich zur Seite aus, in einen Nebengang des Haupttunnels. Seine Hand bereitete sich darauf vor, den Gehstab herumwirbeln zu lassen und die Klinge zu zünden. Er war keiner Verfassung für einen Kampf, aber falls er das Überraschungsmoment ausnutzen konnte…

Die Nautolanerin erschien hinter ihm.

Janus drehte sich blitzartig, entfachte das Lichtschwert und ließ es vor der Schläfe seiner Verfolgerin innehalten.

Die großen, schwarzen Augen der Frau blinzelten, als sie versuchte, die plötzliche Wendung zu begreifen. Die Hand mit dem Blaster streckte sie zur Seite aus, ehe sie die Finger demonstrativ öffnete und die Waffe auf dem Boden aufschlagen ließ. »Treffer«, sagte sie. »Ihr habt mich.«

Janus stieß angewidert Luft aus und kämpfte darum, Erschöpfung und Anspannung zu verbergen. »Name.«

»Ikaia.«

»Ikaia, ich möchte Ihrem amateurhaften Mordversuch ungern das Geheimnisvolle nehmen, aber bei der Fülle an denkbaren Gründen und Auftraggebern bleibt mir keine andere Wahl, als Sie zu fragen…« Janus zeigte die spitzen Zähne. »Privat oder beruflich?«

»Geschäftlich«, antwortete Ikaia, erstaunlich ruhig. »Ich handle mit Informationen. Und das hier ist Manarai. Wer einen fairen Handel will, wickelt ihn besser hinter einer Blastermündung ab.«

»Gewiss«, sagte Janus. »Mir selbst dagegen steht eher der Sinn nach einem fairen Diebstahl. Hier wiederum ist traditionell das Lichtschwert eine große Hilfe.«

Ikaia nickte. »Meine Informationen im Tausch für mein Leben.«

»Sie unterschätzen das Wort Diebstahl

»Ich weiß, wo die Cloudrun ist.«

Janus hätte fast aufgelacht. »Oh, viel eher weiß die Cloudrun, wo Sie sind, meine Teure.« Die Schwertklinge spiegelte sich in Ikaias großen Augen. »Und im Moment stehen Sie dem Geisterschiff ungleich näher als ich.«

»Dann möchte mich die Prinzessin sicher nicht verlieren.«

Janus hob das Kinn. Was?

»Ich hab’ ihre Holo-Botschaft gesehen«, sagte Ikaia, mit ehrlicher Irritation. »Oben in Esparanza.«

Ein pau‘anischer Fluch kam Janus in den Sinn, aber die Blöße würde er sich vor niemandem geben. Botschaft. Was für eine Botschaft? Konnte er Delfy denn keine Minute aus den Augen lassen?

Wartet auf dem Schiff auch mich, hatte er gesagt. Das hatte die Prinzessin offenbar nicht davon abgehalten, Soldaten mit Holos loszuschicken, um ihren wahnwitzigen Cloudrun-Plan in die Tat umzusetzen. Hatte Siena Kali tatsächlich zugelassen, dass königliche Gardisten als Laufboten missbraucht wurden?

»Ich arbeite für die Minengilde«, drängte Ikaia. »Ich habe unten in den Schächten ein Holocron gefunden und nach draußen geschmuggelt. Ich denke, es kommt aus der Alten Zeit. Vielleicht aus Palpatines Imperium.« Sie wies mit einem Blick auf ihre Gürteltasche. »Ich könnte es herausnehmen und auf den Boden legen. Oder ihr holt es euch selbst. Je nachdem, wie ängstlich Ihr seid.«

»Oh, Ihr werdet feststellen…« Janus drehte den Lichtschwert-Stock und schlug ihr das metallene Ende gegen die Schläfe. »…niemand hat mehr Angst als ich.«

Ikaia sank zusammen.

Janus fing sie auf, ließ sie zu Boden gleiten und öffnete in der gleichen Bewegung ihre Tasche. Ikaia hatte nicht gelogen – darin lag ein Holocron.

Janus dreht die goldene Pyramide in den langen Fingern seiner Hand und betrachtete im schwachen Licht die Einkerbungen und Schriftzeichen. Die königliche Elite nutzte moderne Holocrons für den sicheren Datenaustausch unter Midi, oder unter Personen bestimmten Blutes. Dieses hier dagegen mochte tatsächlich noch aus der Zeit der Nachtrepublik stammen. Die Jedi hatten in ihren letzten Tagen Unmengen an schrecklichem Wissen angesammelt und…

Und sie hatten es so versiegelt, dass nur andere Jedi es lesen konnten.

Nur andere Machtnutzer. Aber nicht irgendeine dahergelaufene…

Janus sah zu Ikaia hinab.

Zu spät.

Die Nautolanerin erwartete ihn mit offenen Augen – und betätigte den Zünder in ihrer Hand. Das Holocron blitzte auf. Blaue Funken sprangen von der goldenen Oberfläche auf Janus’ Arm über, schlugen seinem Gesicht entgegen – und tauchten die Welt in Weiß.

Eine Midi, dachte er noch. Sie ist eine Midi! Deshalb hat sich mich so einfach gefunden! Er verlor alle Kraft und sank hilflos zu Boden. Sein Kopf schlug auf dem Durabeton des Tunnels auf.

»Lang lebe der Piratenkönig«, kam es von irgendwo über ihm.

»Rebellenabschaum…«, brachte Janus hervor.

»Wir sind keine Rebellen.« Ikaia hatte sich über ihn gebeugt und spuckte ihm ins Gesicht. »Wir sind keine Piraten. Wir sind keine Verräter.« Aus dem ewigen Weiß tauchte die Mündung eines Blasters auf. Das kalte Metall berührte Janus’ Stirn. »Wir sind die Vermillion-Flotte.«

Zwei behandschuhte Hände packten Ikaia von hinten, entrissen ihr die Waffe und zerrten sie auf die Beine.

Ein Gardist, begriff Janus, und er war noch nie so froh gewesen, einen von Kalis Untergebenen zu sehen. Der Mann musste zu den Boten gehören, welche die Prinzessin losgeschickt hatte.

»Leander lebt!« Ikaia versuchte vergeblich, sich aus dem Griff des Gardisten zu befreien. »Der Piratenkönig lebt!«

Janus nahm seinen Stab und stand wacklig auf, den Schmerz in seinem Rücken ignorierend. »Nehmen Sie sie fest«, befahl er und bemühte sich um eine gelassene Stimme. Die ganze Angelegenheit war schon erniedrigend genug. »Ich will wissen, was sie weiß.«

Zwei weitere Gardisten waren erschienen und salutierten. »Zu Befehl, Lord Janus.«

Drei Gardisten am selben Ort. Janus‘ anfängliche Erleichterung schlug in Verwunderung um. Die Landeteams der Prinzessin würden aus einem Gardisten mit je Dutzenden Soldaten bestehen, nicht aus drei Gardisten ohne jede Truppenstärke. Warum waren diese drei allein hier unten? Und hatten Janus zufällig gefunden?

»Mein Lord«, sagte der linke Gardist, »ich muss Euch fragen, wo Ihr gewesen seid.«

Hatte Janus sich verhört? »Ich bin die Hand des Königs. Ich handle in seinem Auftrag und wer sind Sie, General, dass Sie sich anmaßen …«

Die beiden Gardisten vor ihm hoben die rechte Hand. Mit einem Surren erwachten die Laserpacks an ihren Unterarmen – bereit, eine tödliche Energieladung auszuspucken.

Janus war vom einen Albtraum in den nächsten geraten. »Nehmen Sie die Waffen herunter«, befahl er, und diesmal konnte er die Angst nicht aus seiner Stimme vertreiben. Sein Gehstab lag zu seinen Füßen…

»Seht Ihr es jetzt?«, hörte er die Nautolanerin hinter sich spotten. »Seht Ihr, wie verdorben das Valueen Königreich wirklich ist, Janus?«

»Still«, zischte der Gardist, der sie festhielt. »Oder du bist die erste, die stirbt, Abschaum.«

Kali, dämmerte es Janus. Siena Kali glaubt, sie kann sich gegen den König stellen? Im nächsten Moment kam ihm ein noch schlimmerer Gedanke. »Was haben Sie mit Delfy gemacht? Ich warne Sie, falls der Prinzessin irgendetwas zustoßen sollte…«

Der linke Gardist hob Ikaias Holocron auf. »Öffnet es«, sagte er zu Janus.

»Wo ist die Prinzessin?«

Die behandschuhte Faust des rechten Gardisten traf ihn ins Gesicht. »Wo wart Ihr?«, brüllte der Mann. »Was habt Ihr hier unten getan?«

Janus taumelte zurück – und ließ sich fallen.

Seine linke Hand fand Ikaias Zünder.

Die rechte seinen Gehstab.

Der Gardist, der ihn geschlagen hatte, schnellte auf ihn zu, das Laserpack erhoben…

Janus sprang auf, entfachte sein Lichtschwert und zog die Klinge mit sich nach oben. Der Energiestrahl bohrte sich durch den Hals des Gardisten. Janus riss das Schwert zur Seite.

Die kopflose Leiche sank zu Boden.

»Die Waffe runter!«, brüllte der linke Gardist, das Laserpack zum Schuss erhoben, in der anderen Hand das Holocron.

Janus betätigte den Zünder.

Das Holocron sprühte Funken. Der Gardist fiel in sich zusammen.

Janus wirbelte herum.

Der dritte Gardist hielt Ikaia am Hals umklammert. Mit dem Laserpack des freien Arms zielte er direkt auf Janus’ Kopf.

Janus riss die Hand hoch. Und rief Macht und Monster.

Der Kopf des Gardisten zuckte zurück. Er ließ Ikaia frei und der Laserpack-Arm senkte sich. Der Mann verkrampfte am ganzen Körper, taumelte dabei rückwärts über den Höhlenboden.

Ohne die Hand herunterzunehmen und ohne von seinem Opfer abzulassen, setzte Janus ihm nach. »Wo ist die Prinzessin?«

Der Mann stieß gegen eine Wand.

Janus presste seine Hand gegen den Helm des Gardisten. »Wo ist Delfy Valueen?«

»S-sie ist f-fort.«

Janus packte stärker zu. Er hatte nicht die Zeit, um einen willensstarken Geist zu manipulieren oder zu verbiegen – er konnte ihn nur brechen. Er musste die Antwort herausquetschen. Danach würde der Verstand dieses Mannes ein Trümmerfeld sein, den kein klares Wort je wieder verließ.

»WO IST DELFY VALUEEN?«

»Sie ist… vor einer Stunde losgeflogen, mit der… Mit der Stargazer… Allein… Sie wartet am… Rande des Systems… Wir wissen nicht… warum… Bitte… Mein Lord… Ich… Bin… Zu…«

»…tot.« Janus bohrte ihm das Schwert ins Herz.

Er löschte die Klinge, drehte den Stab zum Boden hin, stützte sich darauf – und ließ die Jahre des Alters wieder über sich kommen. Krieg war ein Spiel für die Jugend, dachte er, plötzlich nach Atem ringend.

Ikaia starrte ihn an, die großen Augen in offener Panik.

Janus ging es nicht viel besser. Er hatte sich schrecklich verrechnet. Er hatte gewusst, dass Siena Kali ihn eines Tages hintergehen würde – aber nicht schon so bald und nicht zu einem so perfekt gewählten Zeitpunkt: Janus war allein, in einer Welt aus Schmutz und Verbrechen. Prinzessin Delfy wartete am anderen Ende des Systems, völlig ahnungslos.

Er griff in eine Tasche seines Gewandes und nahm das Komlink heraus.

Durchgebrannt. Vermutlich bei Ikaias Holocron-Trick. Nicht, dass es einen Unterschied gemacht hätte: Das Gerät hatte nicht die Reichweite, um Kontakt zu Delfy aufzubauen. Höchstens zur Korvette im Orbit – aber dort hatte Kali das Kommando.

Was nun?

Kali würde weitere Gardisten schicken: Solche, um Janus zu töten, und solche, die Janus’ Weg durch den Asteroiden zurückverfolgten. Das würde sie zu Ben führen. Ben würde flüchten – und dabei entweder sterben, oder aber den Käfig der Asteroidenstädte verlassen und eine Spur der Verwüstung durchs Königreich ziehen.

Weitere Gardisten mussten sich bereits auf dem Weg zu Delfy befinden. Die Prinzessin konnte mehrere von ihnen abwehren… Aber nur, wenn sie gewarnt wurde. Janus konnte versuchen, sie zu erreichen – oder aber er versteckte sich in den Eingeweiden dieses Asteroiden, was seine eigenen Überlebenschancen deutlich erhöhte.

Hier also war die Entscheidung, vor den die Galaxis ihn stellte: Ben. Oder Delfy. Oder er selbst.

Janus öffnete und schloss seine Hände.

Delfy.

Und wenn das gesamte Königreich um ihn herum zerbrach – Delfy musste leben.

Janus zündete den Generator seines Gehstabes und richtete die gelbe Energieklinge auf den Kopf der Nautolanerin.

»Einige der Gardisten«, Ikaia stand langsam auf, während die Klinge mitwanderte, »werden Seher sein. Wie ich. So haben wir euch gefunden. Die nächsten Soldaten sind schon auf dem Weg und sie werden Eure Bewegungen durch die Macht verfolgen – egal, wie tief Ihr Euch verkriecht. Aber ich kann die Gardisten kontern und ausmanövrieren.« Ikaia hielt seinen Blick, ohne zu blinzeln. »Ihr braucht mich.«

Sie hatte Recht. Jemanden töten zu können, hatte Avary damals so oft gesagt, ist noch keine Macht. Macht ist, wenn man es sich leisten kann.

»Was ich brauche«, sagte Janus, »ist ein Schiff.«

Ikaia nickte. »Ich habe ein Shuttle. Zwei Personen. Nur Unterlicht.«

»Die Jacke ausziehen«, sagte Janus.

Sie tat wie geheißen.

Er musterte die Hose und das dünne Oberteil. Keine versteckten Waffen und kein weiteres Holocron. Mit einem flauen Gefühl im Magen deaktivierte er die Energieklinge.

»Folgt mir«, sagte Ikaia.