2.07 Leviathan


Als Kali die Brücke betrat, schien der Captain bereits auf sie gewartet zu haben.

»Mylady. Unbewohnte Asteroiden haben um uns herum…« Marsai suchte nach Worten. »Position bezogen. Aber Ihr wolltet nicht gestört werden, deshalb…«

»Beachten Sie sie nicht weiter«, sagte Kali, betont gelangweilt. Dann entdeckte sie es. Sie deutet zum Brückenfenster. »Was ist das für ein Schiff?«

»Modifizierter Mega-Frachter. Nach Aussage des Captains aus dem Ruan-System. Die ID bestätigt das. Als Ziel nennt er Trantor. Seine Fracht…« Er atmete aus. »… sind dreitausend Kinder.«

»Sie schmuggeln Kinderarbeiter. Sklaven.«

Marsai schüttelte den Kopf. »Keine Schmuggler. Der Transport ist autorisiert durch das Königreich, und zwar in der Gestalt von…« Er holte ein Datapad hervor und drehte die Display-Seite zu Kali. »Baron Tyber Malreaux. Administrator von Ruan.«

Das Bild zeigte einen dunkelhäutigen Mann in seinen frühen Dreißigern. Für einen Menschen vermutlich attraktiv, mit seinem strahlenden Grinsen, das wie für Propaganda-Holospots geschaffen schien. Kali drehte sich der Magen um.

»Ein charmantes Monster«, sagte sie, »das Kinder von der einen Arbeiterhölle in die nächste verkauft.«

Marsai nickte grimmig. Dieses eine Mal standen er und Kali auf der gleichen Seite. Und Marsai würde warten, ob Kali das Richtige tat. Er würde über sie urteilen, wie es nur die fleischgewordene Verkörperung von Ehre und Rechtschaffenheit konnte.

»Autorisation überschrieben«, schoss Kali zurück. »Schicken Sie ein Gardistenteam an Bord – die Kinder fliegen nach Treskov.«

Wo sie nicht arbeiten, sondern unsere schwindenden Ressourcen fressen werden.

Aber ich kann sie nicht der Black Sun überlassen.

Marsai nickte, in ehrlichem Respekt.

Kali sah ihn nicht an.

Eine zweite Drucktür öffnete sich. Manami kam herein, mit kleinen, tippelnden Schritten. Sie deutete eine Verbeugung an, zuerst vor Kali, dann vor Marsai. Dieser warf Kali einen Blick zu, für den allein sich die Aufnahme eines hochbegabten Mörderkindes gelohnt hatte.

»Manami hier wird uns dabei helfen, die Spur meiner Korvette und der Arcadia zu verfolgen«, sagte Kali. »Berechnen Sie einen Sprung auf die Metellosroute.«

»Das würde ich nicht tun.«

Kali wirbelte herum. Falls nun auch dieses Mädchen glaubte, Kali vor allen anderen hinterfragen zu dürfen, dann…

»Die Metellosroute«, sagte Manami, »ist seit Jahrzehnten fast unbrauchbar. Deshalb hat auf den Splitterwelten noch niemand bemerkt, was passiert ist.« Sie blickte am Kommandosteg vorbei zum Panoramafenster. »Es gab eine Kernwelle. Sie hat den Koornacht Sternenhaufen getroffen und komplett von den Splitterwelten abgeschnitten. Die Metellosroute ist tot.«

Tot.

Die Spur ist verloren. Einfach so.

Kali erstarrte. Sie hatte nur diese Spur gehabt, und nur diesen Plan. Um sie herum begann die Brücke zu schwanken.

Wieder brannten die Blicke auf ihrer Haut. Alle warteten, ob Kali versagte. Marsai. Desanne. Manami. Vielleicht einige Offiziere, die mit glühenden Ohren zugehört hatten. Was jetzt? Was jetzt, was jetzt?

»Mylady«, sagte Desanne. »Falls die Arcadia tatsächlich eine Route in diese Richtung genommen hat, ist es wahrscheinlich, dass sie durch die Welle zerstört wurde. Vor über einem Monat schon.«

Kali musste sich zwingen, ihm den Gedanken nicht ins Gesicht zurück zu schmettern. »Möglich«, brachte sie zwischen grimmigen Lippen hervor. »Aber es gibt keine Garantie. Weder dass sie zerstört wurde, noch dass sie überhaupt diese Route genommen hat.«

Und selbst wenn die Rebellion ihren Kopf verloren haben sollte, würde der König eben diesen als Beweis verlangen, auf einem blutigen Tablett serviert. Kali konnte dann kaum behaupten, eine Kernwelle hätte alle Überreste der Arcadia fortgespült.

»Ich würde davon abraten«, sagte Marsai, »noch länger in den Splitterwelten zu bleiben. Die Bewohner dürfen nicht glauben, sie wären unprovoziert unter eine militärische Besatzung gefallen.«

»Das ist mir klar, Captain«, fauchte Kali.

Sie musste etwas befehlen. Egal, ob es sie den Piraten näher brachte oder nicht. Nur schnell musste es passieren, und sie musste dazu stehen können, obwohl sie lediglich auf Bedenkzeit spielte.

War die Arcadia wirklich nach Metellos gesprungen? Der Vektor hatte darauf hingedeutet, aber es gab keinen hundertprozentigen Beweis. Welche Routen führten sonst noch von den Splitterwelten weg? Eine nach Trantor. Von Black Sun und Valueen kontrolliert. Die Königsroute nach Leria Kersil? Noch gefährlicher. Der Verbotene Weg? Selbstmord. Ein Flug nach Ord Mirit? Möglich, aber der aufgezeichnete Sprungvektor verlief exakt gegensätzlich. Damit blieb nur…

»Ruan«, sagte Kali.

»Ruan?«, wiederholte Marsai. »Ich bin nicht sicher, ob ich versteh…«

»Sie werden.« Kali drehte sich um und hielt auf den rettenden Turbolift zu. »Lassen Sie einen Sprung berechnen.«

Das Ruan-System. Nur drei Tage entfernt. Kali hoffte fast, dass der Hyperraum sich gegen sie stellen würde. Dann bekäme sie ein oder zwei Tage mehr, um sich einen brillanten Grund zu überlegen, warum sie ihre Jagd in einer abgelegenen Arbeiterhölle und interstellaren Beinahe-Sackgasse begann.

Die Götter des Hyperraums blieben grausam und die Reise verlief ereignislos.

Kali hatte sich in ihre Gemächer zurückgezogen, mit Desanne und einem Gardisten-Team vor dem Eingang, verstärkt durch eine Ysalamiri-Wache. Sicher fühlte sie sich dadurch nicht. Die Messer der Cloudrun konnten unzählige Formen annehmen, von einem verräterischen Gardisten zu einer defekten Sauerstoff-Zufuhr.

Und so versteckte Kali sich in Schatten und Einsamkeit, und mit jeder Stunde der Reise wurde sie schwächer. Die Wirkung der Medikamente hatte vollends nachgelassen, die stärkeren Ersatzmittel Kalis Zustand eher verschlimmert. Im Fieberwahn redete sie vor sich hin, die zitternden Hände um den Griff des Singstahldolchs geschlossen.

Sie brauchte einen Plan. Ehe sie Ruan erreichten.

Ruan war ein Schnellschuss gewesen, aus der Not heraus, aber wenigstens nicht völlig abwegig: Ein Minenplanet, verborgen in einem giftigen Nebel, gelegen am Rande der wenigen verbliebenen Sternensysteme, ohne direkte Präsenz eines Zwölferlords und damit auch ohne die damit verbundene Armada. Ruan war das beste Versteck, das sich in einer stark geschrumpften Galaxis finden ließ – mit nur einem einzigen Makel: Die Piraten waren nicht hier.

Kali hatte den Sprungvektor wieder und wieder geprüft.

Sie waren nicht hier.

Die Arcadia – oder ihr Wrack – befand sich in einem unkartographierten, unerreichbaren Teil des Alls. Themis Leander, Prinzessin Delfy, Prinz Altair und Lord Janus waren entweder tot oder für immer verloren. Das ließ die Rebellen ohne Anführer zurück und König Valueen ohne seinen ältesten Vertrauten…

Aber dort endeten die guten Nachrichten.

Valueen würde Beweise für Leanders Tod wollen, und dazu seine verfluchte Tochter zurück. Kali würde ihm beides niemals liefern können. Egal, wie viele todgeweihte Expeditionen sie in Richtung des Kerns schickte.

Sie brauchte schnelle Ergebnisse. Sie musste das Versteck der Rebellen finden, und das bevor sie selbst von der Cloudrun gefunden wurde.

Devis Spione suchten seit Ewigkeiten nach dem verborgenen Sternensystem, in dem sich die Vermillion Flotte seit dem Ende ihrer Rebellion versteckte. Aber auch die anderen Lords und Ladys suchten danach – und hatten in zehn Jahren nicht einmal einen Außenposten gefunden.

Das Königreich hatte einen ganzen Planeten voller Gefangener in seiner Gewalt. Auf Haven gab es Milliarden von Geiseln – ein paar Hundert mussten das geheime System kennen, ein paar Dutzend würden reden, »Irgendjemand redet immer«, hatte Uriah Raith versprochen, und den Bewohnern von Havens Schneewüsten das Leben zur Hölle gemacht.

Aber niemand hatte geredet.

Ich muss die Beute zu mir kommen lassen, dachte Kali, wieder und wieder. Sie hatte die Arcadia verloren, aber ein Planet konnte nicht weglaufen. Falls sie die Rebellenflotten nach Haven lockte, in ein System mit nur einem Ausgang… Falls sie die Geiseln ein wenig bedrohte, mit einem Orbitalbombardement einiger spärlich besiedelter Landstriche, während sie sich langsam an die größeren Städte heranwagte…

Aber das war der Weg von Daphan Valueen.

Kali musste besser sein als das. Erbarmungslos, aber wie ein Chirurg und nicht wie ein Berserker. Das Volk sollte sie als geniale Strategin fürchten, nicht als die böse Herrscherin, die unprovoziert einen Geiselplaneten bombardiert hatte.

Vielleicht konnte sie bluffen. Indem sie die Leviathan ins Orbit brachte und einen sehr lauten Countdown startete… Aber eine offensichtlichere Falle gab es nicht. Anstatt in einem einzigen Verband nach Haven zu fliegen, würden die Rebellen überall im Königreich mit winzigen Stich-Attacken zuschlagen, wie damals, und Kali stünde ein jahrelanger Guerilla-Krieg bevor.

Der König gibt mir kein Jahr. Kali zog die Schneide des Dolches sanft ihren Arm entlang, als könnte sie den kommenden Schmerz mildern, indem sie sich schon einmal daran gewöhnte. Ich muss die Rebellen austricksen, ich muss sie alle an einen einzigen Punkt bekommen…

Ächzend sank Kali auf das gepolsterte Rundsofa für diplomatische Empfänge, neben den Fleck, den sie vergangene Nacht erbrochen hatte.

In der Ferne heulten die Hyperraum-Aggregate auf.

Die Leviathan fiel in den Subraum zurück. Sie hatten Ruan erreicht. Und Kali war noch schwächer als zuvor, ohne die leiseste Ahnung, was sie als nächstes tun sollte.

Das Komlink zirpte. Marsai.

Kali ignorierte ihn.

Stattdessen kämpfte sie sich zum großen Rundtisch, fegte die Kapselpackungen und Datapads beiseite, und aktivierte den Hologenerator.

Text-Kolonnen schwirrten umher, ehe sie sich auf Kalis brennende Augen ausgerichtet hatten. Neutronensprengladung aus dem Vermillion-Krieg freigelegt, kam es aus dem militärischen Datenstrom von Ruan. Die gleiche Meldung, die sie schon in den Splitterwelten erreicht hatte. Sektor 23 gesperrt. Neutronensprengladung aus dem Vermillion-Krieg freigelegt. Sektor 23 gesperrt. Neutronensprengladung aus…

Kali scheuchte den Text beiseite und schlug gegen das Kontrollpanel.

Ein leuchtendes Abbild des Sternensystems erschien in der Luft. »Ruan«, flüsterte Kali. »Ruan, was ist in Ruan…«

Fast nichts.

Ruan wäre das langweiligste aller verbliebenen Systeme gewesen – ein einziger Planet, keine Monde, keine Asteroidenfelder oder Kometen -, gäbe es da nicht das allumfassende Mandala aus Nebeln und Trümmern. In den letzten Tagen des Vermillion Krieges, als ihre Niederlage bereits unausweichlich gewesen war, hatten die Piraten in einem letzten Aufbäumen das System angegriffen…

Und die Sonne vergiftet.

Jetzt spuckte diese unterschiedliche Gaswolken aus, die sich in einer Spirale über das gesamte System ausbreiteten, und längst auch Ruan selbst eingeschlossen hatten. Manche dieser Wolkenbanken zerfraßen die Hülle eines Schiffes binnen weniger Minuten, andere blockierten lediglich die Sicht, doch so ziemlich alle störten sogar modernste Sensoren. Damit war ein Flug zum Planeten nur in großen, organisierten Flüchtlingsschiffen möglich, kommandiert von erfahrenen Captains, die über die vergangenen zehn Jahre hinweg den Verlauf und die Natur der Wolkenströme studiert hatten.

Schwindelnd beugte sich Kali über den Tisch und versuchte, einen weiteren Würgereiz niederzuringen.

»Ruan«, flüsterte sie. »Ruan, Ruan, Ruan…«

Sie stützte sich mit zitternden Armen ab und ertrank in den holografischen Raumnebeln des Systems.

Die Wolken, dachte sie. Diese Wolken machen uns blind. Ihre Sicht verschwamm und eine Träne rann ihre Wange herab. »Marsai…«, flüsterte sie in ihr Komlink. »Die Arcadia ist hier. Die Rebellen sind in diesem System… Sie haben uns damals ins Auge gestochen, im Krieg, damit sie sich jetzt direkt vor unserer Nase verstecken kö…« Halt. Hatte sie das Komlink überhaupt eingeschaltet?

Kali starrte auf ihre leere Hand.

Oh, dachte sie, es muss runtergefallen sein, als ich…

… als ich…

Devi? Mein Komlink, es muss hier irgendwo…

Kali schlug auf dem Tisch auf.

Als sie wieder zu Bewusstsein kam, schellte das Komlink. Aus einem Reflex heraus nahm sie den Anruf an, um es im nächsten Atemzug zu bereuen.

»Mylady, ich bitte um Verzeihung«, sagte Marsai. »Seit unserer Ankunft werden unsere Funkkanäle mit Anfragen belagert – und jede einzelne stammt von Baron Malreaux. Er ist ein Großindustrieller hier auf Ruan und de facto Herrscher des Systems, seit…«

»Ich weiß…«, brachte Kali heraus, und hoffte, dass sie noch immer wie sie selbst klang. »Ich weiß, wer Malreaux ist.«

Der Kinderhändler.

»Mylady, er sagt, es ginge um die Rettung seiner Welt.«

»Dann möchte er gewiss mit dem legendären Captain Marsai sprechen.«

»Nein.« Marsai räusperte sich. »Tatsächlich bat er in all seinen Anfragen um eine Audienz bei Lord Janus. Ich habe ihn darüber aufgeklärt, dass die Leviathan und das Amt nun Euch gehören.« Marsai machte eine bedeutungsschwere Pause. »Wir haben die nötigen Fachkräfte, um diese Neutronenbombe zu entschärfen. Der Weg durch das Wolkenmandala zum Planeten wird etwas Zeit benötigen, aber falls wir nichts Dringenderes…«

»Die Arcadia«, fauchte Kali, »hat zwei Monate Vorsprung…«

»Mit Respekt«, sagte Marsai leise, »aber die Arcadia war niemals hier. Ich weiß nicht, warum wir es sind und ich weiß nicht, ob Ihr es wisst. Aber Ruan hat ein Problem und wir können es lösen. Eine Explosion in einer ausgehöhlten Minenlandschaft wird sich ausbreiten und wird Tote fordern – lassen Sie uns das verhindern. Bitte.«

Kali lächelte. Dankbar, dass Marsai endlich zu weit gegangen war und sie ihn endlich hinrichten lassen konnte. Dann starb ihr Lächeln, ihr Komlink sank, und ihr Blick ging ins Leere, wo ihre tote Schwester auf sie wartete.

»Machen Sie es so«, hörte Kali sich sagen. »Entschärfen Sie die Bombe.«

Stunden später – Kali wusste nicht, wie viele – kam eine weitere Anfrage von Marsai. Er bedanke sich für die Unterstützung, aber sein Shuttle befände sich bereits im Anflug auf die Leviathan, und er würde sich nach wie vor über eine Audienz freuen.

Er habe Informationen von Haven.

Informationen über das Versteck der Vermillion Flotte.

»Eine Stunde«, ächzte Kali, die nun alles Schauspiel aufgegeben hatte. »E-eine S-s-stunde… Im T-thronsaal…«

»Zu Befehl«, antwortete Marsai, nicht mehr herablassend wie zuvor, sondern nachdenklich und… beinahe mitfühlend.

Kali schlug gegen den Aus-Knopf des Komlinks und schmetterte das kleine Gerät gegen die Wand.

Ich muss stark sein, schwor sie sich. Wenn sie mich so sehen könnten, wird die Galaxis auch die letzten der alten Anzati-Geschichten vergessen. Und übrig bleibt nur ein totes Volk von degenerierten Entzugskranken.

Sie riss sich die verschwitzten und blutigen Kleider herunter, kämpfte sich in die Dusche, und wäre dort fast ein zweites Mal ohnmächtig geworden. Die Wände der Duschkammer zogen sich um sie herum zusammen und zerquetschten sie wie damals die Stasiskapsel auf dem Stillen Schiff. Kali entkam, kurz vor dem Ersticken. Nach Luft schnappend blieb sie auf dem Boden der Waschzelle liegen, nackt und nass und kalt und verloren.

Sie hörte Stimmen. Leben, die sie getrunken hatte. Schuldige und Unschuldige, gleichermaßen tot. Und der lauteste von ihnen war der Straßenjunge auf den Splitterwelten, den Kali gefangen und zu Devi gezerrt hatte, ehe diese verdurstet wäre.

Sie hatte sich immer gefragt, was Devi dachte. Über das Monster, das ihre Schwester war.

»Ich hab’ uns am Leben gehalten«, brachte Kali hervor, als könnte es die Schreie der Toten übertönen. »Einer von uns beiden musste ein Monster sein. Und nicht… nicht Du.«

Verdrängte Erinnerungen nutzten Kalis Schwäche, um wieder an die Oberfläche zu brechen – und allen voran dieser eine Gedanke. Devis einziges Geheimnis. Den einen Gedanken, den sie Kali ein Leben lang verschwiegen hatte, um im Tod schließlich doch befreit zu werden.

Devi hatte sie nicht verurteilt.

Kali fühlte, wie ihr eine Träne über die Wange rann.

Sie hat gedacht, ich wäre die beste Person, die je gelebt hat.

Kali stemmte sich gegen die Schwerkraft und gegen den Durst, und sie stand wieder auf, obwohl sie nicht mehr stehen konnte. Mit tauben Händen zog sie ihre Uniform an und trocknete ihre weißen Haare, gemeinsam mit dem Spiegelbild einer Leiche.

Vor ihrem Quartier hätte Desanne sie fast auffangen müssen.

»Bringen Sie mich in den Thronsaal«, sagte sie. »Ohne Zuschauer.«